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17. Juli 2019

Christenverfolgung im Iran: Repressalien und unrechtmäßige Gefangenschaft

Mit Festnahmen und Bestrafungen setzt das islamistische Regime im Iran seine Verfolgungskampagne fort, die sich besonders gegen Christen muslimischer Herkunft richtet.

Die Christenverfolgung im Iran hält unvermindert an. Berichten von Menschenrechtlern zufolge wurden am 6. Juli in der Stadt Karaj nahe Teheran fünf ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, inhaftiert, um die Freiheitsstrafen zu verbüßen, zu denen sie allein wegen ihres Glaubens verurteilt worden waren.

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Die Christen Yaghoob Nateghi, Milad Goodarzi, Amin Khaki, Alireza Nourmohamadi und Shahebedin Shahi (im Bild v.l.n.r.) wurden wegen ihres Glaubens zu Haftstrafen verurteilt.

Amin Khaki, Milad Goodarzi, Yaghoob Nateghi, Shahebedin Shahi und Alireza Nourmohamadi waren ursprünglich im Dezember 2017 verhaftet worden, nachdem Regime-Gardisten Razzien in ihren Wohnungen und an ihren Arbeitsplätzen durchgeführt hatten. Sie wurden Anfang 2018 gegen Zahlung von Kautionen vorläufig freigelassen und dann wegen angeblicher „Propaganda gegen den Staat“ angeklagt.

Im März 2019 wurden Milad Goodarzi, Yaghoob Nateghi, Shahebedin Shahi und Alireza Nourmohamadi zu jeweils vier Monaten Haft verurteilt. Amin Khaki, der bereits früher ein Jahr lang wegen seiner christlichen Gemeindearbeit in Haft gewesen war, wurde zu einer erneuten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt. Die Berufungsanträge der fünf Verurteilten wurden im Juni abgewiesen.

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Unterdessen wurde bekannt, dass die 20-jährige Christin Fatemeh Mohammadi (Bild) am 9. Juli in Teheran verhaftet wurde. Die ehemalige Muslima, die den christlichen Glauben angenommen hat, war auf der Straße tätlich angegriffen worden, weil ihre Kopfbedeckung den islamistischen Vorschriften nicht entsprach. Als sie auf einer Polizeistation wegen des tätlichen Angriffs Anzeige erstattete, wurde sie festgenommen. Am folgenden Tag wurde sie wieder freigelassen, während ihr ernste Konsequenzen für den Fall angedroht wurden, dass sie den Schleierzwang nicht beachtet.

Fatemeh Mohammadi war von November 2017 bis Mai 2018 bereits sechs Monate lang in Haft, weil sie einer christlichen Hausgemeinde in Teheran angehört. Sie setzt sich aktiv für Religionsfreiheit ein, darunter auch für das Recht von christlichen Konvertiten, Gottesdienste in Kirchen zu besuchen, was im Iran verboten ist. Die junge Christin war im November 2017 nach einer Razzia in der Wohnung, wo die Hausgemeinde sich betroffen hatte, verhaftet worden. Ein weiteres damals festgenommenes Gemeindemitglied, Majidreza Souzanchi, wurde wegen „Verbreitung des Evangeliums“ zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und ist im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft.

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