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12. Oktober 2019

Reporter ohne Grenzen: Familienangehörige von Journalisten im Iran in Geiselhaft

Sippenhaft im Iran: Mit Repressalien und Verhaftungen von Familienangehörigen will das Teheraner Regime Journalisten einschüchtern und kritische Berichterstattugen verhindern.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG), die sich weltweit für Informationsfreiheit einsetzt, verurteilt die Verhaftungen von Familienangehörigen regimekritischer Journalisten im Iran. Es häufen sich Berichte, nach denen Journalisten, die im Iran in Haft sind oder im Exil leben, unter Druck gesetzt und eingeschüchtert werden sollen, indem ihre Familien verfolgt und in Geiselhaft genommen werden.

Im vergangenen Jahr hat ROG mindestens 25 Fälle registriert, in denen im Ausland lebende iranische Journalisten und ihre Familien im Iran Repressalien vonseiten des Teheraner Regimes ausgesetzt waren.

Ende September wurden im Iran Familienangehörige der in den USA lebenden iranischen Journalistin und Frauenrechtlerin Masih Alinejad festgenommen. Im August wurde die Schwester der inhaftierten Fotojournalistin Noushin Jafari in Teheran drei Tage lang im Gefängnis festgehalten.

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Am 22. Juli 2019 wurde Farangis Mazloumi (Bild), die Mutter des inhaftierten Fotografen und Internet-Journalisten Soheil Arabi, in Teheran verhaftet. Sie wurde bis zum 8. Oktober im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten und dann gegen Zahlung einer Kaution vorläufig freigelassen. Gegen sie wurde Anklage wegen angeblicher „Propaganda gegen den Staat“ erhoben.

Farangis Mazloumi hat sich immer wieder mit Mahnwachen und im Internet für die Freilassung ihres Sohnes, der bereits seit 2013 in Haft ist, eingesetzt. Nach Besuchen bei ihrem Sohn hat sie öffentlich über die Misshandlungen berichtet, denen dieser im Gefängnis ausgesetzt ist.

Da Farangis Mazloumi nicht bereit war, die Menschenrechtsverletzungen gegen ihren Sohn und andere politische Gefangene zu verschweigen, war sie bereits vor ihrer Verhaftung zahlreichen Repressalien vonseiten der Regime-Behörden ausgesetzt. So wurde ihr nach langen Bemühungen und Wartezeiten mehrfach die Erlaubnis, ihren Sohn zu besuchen, entzogen.

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Soheil Arabi mit seiner Tochter Rojana vor seiner Inhaftierung

Der 34-jährige Soheil Arabi, der verheiratet ist und eine Tochter hat, wird zurzeit im Fashafouyeh-Gefängnis südlich von Teheran festgehalten. Er wurde im Jahre 2017 mit dem Preis für Pressefreiheit der Organisation Reporter ohne Grenzen ausgezeichnet.

Soheil Arabi wurde im Herbst 2013 verhaftet, weil er sich in Facebook-Posts kritisch über das iranische Regime und Regimeführer geäußert hatte. Im Jahre 2015 wurde er wegen angeblicher „Beleidigung islamischer Heiligkeiten“ zum Tode verurteilt. In einem Berufungsverfahren wurde das Urteil dann auf siebeneinhalb Jahre Haft reduziert. Im Juli 2018 wurde Soheil Arabi wegen angeblicher „Propaganda gegen das Regime“ in Briefen, die er im Gefängnis geschrieben hatte, zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt.

Soheil Arabi hat mit einem Hungerstreik gegen die Inhaftierung seiner Mutter protestiert.

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24. Februar 2020

Amnesty International rügt Gewalt gegen Demonstranten und schwerste Menschenrechtsverletzungen im Iran

Amnesty International zieht in ihrem Jahresrückblick 2019 eine schockierende Bilanz der Unterdrückung im Iran. Der Bericht, der anhaltende schwerste Menschenrechtsverletzungen in dem Land dokumentiert, geht auch darauf ein, dass das Teheraner Regime rechtswidrig tödliche Gewalt eingesetzt hat, um Protestaktionen niederzuschlagen. Dabei seien Hunderte Protestierende getötet und Tausende willkürlich inhaftiert worden.

21. Februar 2020

Iran: Repressalien gegen menschenrechtlich engagierte Lehrer und Rechtsanwälte

Im Iran werden Menschenrechtsverteidiger, darunter Lehrer und Rechtsanwälte, zunehmend verfolgt, verhaftet und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie an friedlichen Protesten gegen die Diktatur teilnehmen oder offene Kritik an der Unterdrückung üben.

18. Februar 2020

Iran: Menschenrechtlerin im Gefängnis misshandelt

Amnesty International fordert die sofortige Freilassung der iranischen Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi, die sich ausschließlich wegen ihres Einsatzes für Menschenrechte und gegen die Todesstrafe in Haft befindet.


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