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25. November 2017

75 Nobelpreisträger fordern Freiheit für im Iran zum Tode verurteilten Mediziner

75 Nobelpreisträger und der Europäische Hochschulverband EUA fordern die Aufhebung des Todesurteils gegen den iranischen Mediziner Dr. Ahmadreza Djalali und seine sofortige Freilassung. Der Wissenschaftler bezeichnet das Todesurteil als Vergeltungsmaßnahme, weil er sich geweigert habe, für den iranischen Geheimdienst zu spionieren.

Roberts-150Auf Initiative von Professor Richard Roberts (Bild), dem im Jahre 1993 der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde, haben 75 Nobelpreisträger in einem offenen Brief die Freilassung des im Iran inhaftierten Akademikers Dr. Ahmadreza Djalali gefordert. Der international bekannte iranische Experte für Katastrophenmedizin war im Oktober 2017 in Teheran zum Tode verurteilt worden. Er bezeichnet das Todesurteil als Vergeltungsmaßnahme, weil er sich geweigert habe, für den iranischen Geheimdienst zu spionieren.

Die Nobelpreisträger erklärten am 17. November, sie könnten nicht schweigen, wenn das Leben und die Arbeit des engagierten Wissenschaftlers Ahmadreza Djalali durch ein Todesurteil in Gefahr sei. Schon seine Haftbedingungen seien sehr besorgniserregend, und es sei zu vermuten, dass seine Weigerung, für den iranischen Geheimdienst zu arbeiten, zu dem unfairen Gerichtsprozess gegen ihn geführt habe.

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Auch der Europäische Hochschulverband EUA (European University Association) hat am 13. November die Aufhebung des Todesurteils und die Freilassung von Ahmadreza Djalali gefordert. Mit über 800 Mitgliedern ist der EUA der größte Verband europäischer Universitäten. Ahmadreza Djalali war Forscher und Dozent für Notfallmedizin an europäischen Universitäten. Er hat am schwedischen Karolinska-Institut sowie an Universitäten in Italien und Belgien gearbeitet.

Der Hochschulverband EUA weist darauf hin, dass Ahmadreza Djalali auf Grund von Beschuldigungen zum Tode verurteilt wurde, für die keine Beweise vorgelegt worden seien. Der Mediziner werde immer wieder in Isolationshaft gefangen gehalten, der Kontakt zu einem Rechtsbeistand seiner Wahl werde ihm verwehrt, und er sei psychologischer Folter ausgesetzt. Allein dies verletzte mehrere weltweit gültige Menschenrechtsgesetze, zu deren Einhaltung der Iran verpflichtet sei.

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Ahmadreza Djalali mit seiner Ehefrau Vida Mehrannia und seinen beiden Kindern vor der Inhaftierung.

Der 45-jährige Ahmadreza Djalali, der seit Jahren mit seiner Familie in Schweden wohnhaft ist, wird seit Ende April 2016 unrechtmäßig im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Die Justiz des Teheraner Regimes behauptet, ohne Beweise dafür vorzulegen, Ahmadreza Djalali habe für Israel spioniert. Dafür wurde er im Oktober 2017 von einem Revolutionsgericht zum Tode verurteilt.

Ahmadreza Djalali weist den Vorwurf der Spionage mit Nachdruck zurück, der konstruiert worden sei, um ihn zu bestrafen. Der wahre Grund für seine Verurteilung sei, dass er sich geweigert habe, für den iranischen Geheimdienst zu spionieren. In einem Brief enthüllte der Mediziner kürzlich, dass er im Jahre 2014 vom Geheimdienst des Teheraner Regimes aufgefordert worden sei, diesem geheime Informationen aus EU-Ländern zukommen zu lassen, darunter Informationen über die Abwehr-Vorkehrungen und -Programme dieser Länder gegen Terroranschläge und Angriffe mit Massenvernichtungswaffen, geheime Operationspläne und Forschungsprojekte im Zusammenhang mit Terrorismus und Krisensituationen.

Ahmadreza Djalali berichtet, er habe dies kategorisch abgelehnt und betont, dass er ein Wissenschaftler und kein Spion sei. Seine spätere Verhaftung und Verurteilung seien Vergeltungsmaßnahmen des iranischen Geheimdienstes.

Menschenrechtler weisen darauf hin, dass dies mit Fällen anderer iranischer Wissenschaftler mit Kontakten zu westlichen Universitäten übereinstimmt, die nach konstruierten Beschuldigungen zu Haftstrafen verurteilt wurden, weil sie nicht bereit waren, mit dem Geheimdienst Irans zusammenzuarbeiten. So war der Physiker Omid Kokabee fünf Jahre lang in Teheran in Haft, weil er nicht bereit war, am Atomwaffenprogramm des Teheraner Regimes mitzuarbeiten. Der Wirtschaftswissenschaftler Hamid Babaei wurde im Iran zu sechs Jahren Haft verurteilt, weil er es ablehnte, seine Studienkollegen in Belgien auszuspionieren.

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