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13. September 2019

Berlin: Hochschulrektorenkonferenz fordert Freilassung des im Iran inhaftierten Wissenschaftlers Dr. Ahmadreza Djalali

"Die Verhängung der Todesstrafe gegen Dr. Djalali ist für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft nicht zu akzeptieren. Die iranische Führung muss die Menschenrechte wahren und die akademischen Freiheiten schützen, andernfalls fehlen die Grundlagen für eine Zusammenarbeit mit iranischen Hochschulen."

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Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat erneut die sofortige Freilassung des iranischen Mediziners Dr. Ahmadreza Djalali (Bild) gefordert, der im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft ist. In einer Pressemitteilung der HRK vom 09.09.2019 heißt es u.a.:

HRK-Präsident erneuert Forderung nach sofortiger Freilassung von Ahmadreza Djalali: Berichte über Versuch, Geständnis zu erzwingen

Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Prof. Dr. Peter-André Alt ergreift abermals Partei für den seit 2016 im Iran inhaftierten Wissenschaftler Dr. Ahmadreza Djalali:

„In einem offenen Brief habe ich das Staatsoberhaupt des Iran erneut aufgefordert, Dr. Ahmadreza Djalali unverzüglich aus der Haft in Teheran zu entlassen. Ich bin zutiefst bestürzt über Berichte, dass der seit April 2016 inhaftierte Wissenschaftler temporär an einen unbekannten Ort verlegt wurde, wo er zu einem Geständnis gezwungen werden sollte. Das Netzwerk Scholars at Risk erhebt auch den Vorwurf der Folter,“ so Alt heute in Berlin. „Die Verhängung der Todesstrafe gegen Dr. Djalali ist für die internationale Wissenschaftsgemeinschaft nicht zu akzeptieren. Die iranische Führung muss die Menschenrechte wahren und die akademischen Freiheiten schützen, andernfalls fehlen die Grundlagen für eine Zusammenarbeit mit iranischen Hochschulen.“

Nachdrücklich unterstützt die HRK den dringenden Aufruf von Scholars at Risk, dem internationalen Netzwerk zum Schutz gefährdeter Wissenschaftler, Unterstützerschreiben für Ahmadreza Djalali an die iranische Regierung zu senden.

Dr. Djalali wurde am 29. Juli 2019 aus dem Evin Gefängnis in eine Isolationszelle an einem unbekannten Ort überführt. Dort soll laut Scholars at Risk versucht worden sein, den Wissenschaftler unter Folter und Androhung der Vollstreckung der Todesstrafe zu einem Geständnis zu zwingen. Bereits seit längerer Zeit wird Dr. Djalali trotz des dringenden Verdachts auf eine Leukämieerkrankung eine adäquate medizinische Versorgung verwehrt. Im Oktober 2017 wurde der in Schweden lebende Wissenschaftler wegen „Verdorbenheit auf Erden“ (ifsad fil-arz) zum Tode verurteilt. Einen Antrag auf Überprüfung des Urteils lehnte das oberste Gericht des Iran im Februar 2018 ab.

Die HRK hatte sich bereits mehrmals gegenüber der iranischen Staatsführung für eine Freilassung von Ahmadreza Djalali eingesetzt.

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Im Gefängnis lebensbedrohlich erkrankt

Der Mediziner Dr. Ahmadreza Djalali (im Bild mit seiner Frau und seinen Kindern vor der Inhaftierung) wird seit April 2016 zu Unrecht im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten. Der 46-jährige Iraner, der auch schwedischer Staatsbürger ist und seit 2009 mit seiner Familie in Schweden lebte, war Forscher und Dozent für Katastrophenmedizin an europäischen Universitäten.

Ahmadreza Djalali wurde im Oktober 2017 nach fadenscheinigen Anklagen im Iran zum Tode verurteilt. Seine Verhaftung und Verurteilung sind Vergeltungsmaßnahmen des Teheraner Regimes, weil der Mediziner sich geweigert hatte, in Europa für den iranischen Geheimdienst zu spionieren.

Seit seiner Inhaftierung wird Ahmadreza Djalali immer wieder gefoltert, damit er Straftaten gesteht, die er nicht begangen hat. Seit 2016 hat er 24 kg an Gewicht verloren und wiegt jetzt nur noch 51 kg. Im November 2018 wurde, nachdem ihm mehrmals der Besuch eines Arztes verwehrt worden war, die dringende Operation eines Leistenbruchs durchgeführt. Nach Blutuntersuchungen wurde ihm dann mitgeteilt, es bestünde der dringende Verdacht, dass er an Leukämie erkrankt sei.

Ahmadreza Djalali muss dringend in einem Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses von Fachärzten untersucht und behandelt werden. Dies wird jedoch von der Gefängnisleitung verhindert, die damit das Leben des Gefangenen leichtfertig aufs Spiel setzt.

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Freie Universität Brüssel: Solidarität mit Ahmadreza Djalali

Menschenrechtler weisen darauf hin, dass im Iran bereits mehrere Wissenschaftler mit Kontakten zu westlichen Universitäten Verfolgung und Repressalien ausgesetzt waren, weil sie nicht bereit waren, mit dem Geheimdienst des Teheraner Regimes zusammenzuarbeiten. So war der Physiker Omid Kokabee fünf Jahre lang in Teheran in Haft, weil er nicht bereit war, am iranischen Atomwaffenprogramm mitzuarbeiten. Der Wirtschaftswissenschaftler Hamid Babaei war im Iran sechs Jahre lang in Haft, weil er es ablehnte, seine Studienkollegen in Belgien auszuspionieren.



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