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02. Januar 2019

Reporter ohne Grenzen: Verfolgung von Journalisten im Iran stoppen!

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat die UNO aufgerufen, sich für die im Iran inhaftierten Journalisten einzusetzen. Mindestens 40 Medienvertreter wurden seit Anfang 2018 in dem Land verhaftet. 13 von ihnen wurden zu Haftstrafen zwischen drei und 26 Jahren verurteilt. -

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Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG), die sich weltweit für Informationsfreiheit einsetzt, hat in einem Schreiben an die Hohe Menschenrechtskommissarin der UNO, Michelle Bachelet, auf die zunehmende Verfolgung und Bestrafung von Journalisten im Iran aufmerksam gemacht.

Der Iran gehört zu den Ländern, wo die Presse- und Informationsfreiheit am schlimmsten verletzt wird. Unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit werden Journalisten verfolgt, um eine unabhängige Berichterstattung über die Vorgänge im Land zu verhindern. Das Recht auf Meinungsfreiheit wird systematisch verletzt.

ROG hat die UNO aufgerufen, sich umgehend und wirksam mit der erschreckenden Lage der im Iran inhaftierten Journalisten zu befassen. Mindestens 40 Journalisten seien seit Anfang 2018 in dem Land verhaftet worden. 13 von ihnen seien zu Haftstrafen zwischen drei und 26 Jahren verurteilt worden.

In dem Schreiben von Reporter ohne Grenzen wird darauf hingewiesen, dass den Gefangenen im Iran die notwendige medizinische Versorgung verweigert wird, was den Tod von vielen Häftlingen verursacht habe. Die Organisation sei tief besorgt um die Gesundheit von Journalisten, die nach unfairen Gerichtsprozessen inhaftiert wurden und trotz schwerer Erkrankungen die notwendige medizinische Hilfe nicht erhalten.

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Der Internet-Journalist Mohammad Sharifi Moghadam wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt, weil er sich mit seiner Berichterstattung für eine verfolgte religiöse Minderheit im Iran engagiert.

ROG nennt fünf Mitarbeiter der Internetseite Majzooban-Noor, die über die verfolgte Religionsgemeinschaft der Gonabadi-Derwische berichtet, nämlich Reza Entesari, Kasra Nouri, Mohammad Sharifi Moghadam, Sina Entesari und Amir Nouri, die 110 Tage lang im Teheraner Fashapuyeh-Gefängnis in Isolationshaft waren. In dieser Zeit wurden den Familienangehörigen jegliche Informationen über das Befinden der Gefangenen verweigert. Die fünf Journalisten wurden wegen angeblicher Gefährdung der Staatssicherheit zu insgesamt 64 Jahren Haft und 444 Peitschenhieben verurteilt. Drei inhaftierte Mitarbeiterinnen dieser Webseite, Sepideh Moradi, Avisha Jalaledin and Shima Entesari, wurden bereits im Juli 2018 zu jeweils fünf Jahren Haft verurteilt.

Unter den Medienvertretern, die im Iran zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden, nennt ROG den Fotografen und Internet-Journalisten Soheil Arabi, der bereits seit 2013 in Gefangenschaft ist. Er wurde im Juli 2018 wegen angeblicher „Propaganda gegen das Regime“ in Briefen, die er im Gefängnis geschrieben hatte, zu weiteren sechs Jahren Haft verurteilt.

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Der 33-jährige Soheil Arabi (im Bild mit seiner Tochter Rojana vor seiner Inhaftierung) wird zurzeit im Teheraner Fashapuyeh-Gefängnis festgehalten. Er hat mehrfach mit Hungerstreiks gegen seine unrechtmäßige Haft und dagegen, dass seine Familie von der Revolutionsgarde immer wieder bedroht und schikaniert wird, protestiert.

Soheil Arabi wurde im Herbst 2013 verhaftet, weil er sich in Facebook-Posts kritisch über das iranische Regime und Regimeführer geäußert hatte. Im Jahre 2015 wurde er wegen angeblicher „Beleidigung islamischer Heiligkeiten“ zum Tode verurteilt. In einem Berufungsverfahren wurde das Urteil dann auf siebeneinhalb Jahre Haft reduziert. 2018 folgte die Verurteilung zu einer zusätzlichen sechsjährigen Gefängnisstrafe.

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