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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
Internationales-500
03. September 2017

UN-Menschenrechtsexperten besorgt über die Lage von hungerstreikenden Gefangenen im Iran

UN-Menschenrechtsexperten sind in größter Besorgnis wegen des sich verschlechternden Gesundheitszustandes von politischen Gefangenen, die sich im Iran in einem Hungerstreik befinden, sowie über Berichte von anhaltenden Folterungen und Misshandlungen.

UN-Experten-400

Drei Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen haben sich tief besorgt über die Lage von hungerstreikenden politischen Gefangenen im Iran geäußert. Im Iran werden politische Gefangene zusätzlich bestraft, indem sie menschenunwürdigen Haftbedingungen ausgesetzt werden, die eine ernste Gefahr für ihre Gesundheit darstellen. Dagegen protestieren mehrere Gefangene im Raja’i-Shahr-Gefängnis unweit von Teheran mit einem Hungerstreik. Ihnen bleibt keine andere Wahl als ihr eigenes Leben zu riskieren, um auf die Grausamkeiten und Misshandlungen aufmerksam zu machen.

In einer Erklärung vom 31. August weisen Asma Jahangir, UN-Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage im Iran, Dainius Pûras, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Gesundheit, und Ahmed Shaheed, UN-Sonderberichterstatter für Religions- oder Glaubensfreiheit, darauf hin, dass in den letzten Wochen 53 Gefangene, darunter mehr als 15 Angehörige der im Iran verfolgten Glaubensgemeinschaft der Bahai, ohne vorherige Ankündigung in einen Hochsicherheitstrakt des Gefängnisses verlegt wurden.

Gefangene berichteten, sie seien während der Verlegung von Wachmännern geschlagen worden. Sie durften ihre Medikamente und ihre persönliche Habe, wie Kleidung, Bücher und Briefe, nicht mitnehmen. In dem Hochsicherheitstrakt werde den Gefangenen auch die notwendige medizinische Versorgung verweigert.

Dazu erklärte die Menschenrechtsexpertin Asma Jahangir, sie sei in größter Besorgnis wegen des sich verschlechternden Gesundheitszustandes der Gefangenen im Hungerstreik, sowie über Berichte von Folterungen und Misshandlungen seit der Verlegung in den neuen Trakt. Gefangenen den Kontakt zu Familienangehörigen und Anwälten sowie die notwendige medizinische Versorgung zu verweigern, stehe in Widerspruch zur internationalen Menschenrechtsgesetzgebung.

Asma Jahangir forderte das Teheraner Regime auf, sich umgehend mit der Notlage der Gefangenen und den Menschenrechtsverletzungen, die zu dem Hungerstreik geführt haben, zu befassen und die Menschenwürde der Gefangenen zu respektieren.

Die pakistanische Rechtsanwältin Asma Jahangir wurde im September 2016 vom UN-Menschenrechtsrat zur Sonderberichterstatterin für die Menschenrechtslage im Iran ernannt. Im Jahre 2010 wurde Asma Jahangir als erste Frau zur Präsidentin der Anwaltskammer beim Obersten Gerichtshof von Pakistan gewählt. Wegen ihres menschenrechtlichen Engagements wurde sie mit mehreren bedeutenden internationalen Menschenrechtspreisen ausgezeichnet. Sie hat umfassend im Bereich der Rechte von Frauen, des Schutzes von religiösen Minderheiten und der Abschaffung von Zwangsarbeit gearbeitet. Sie ist eine ehemalige Sonderberichterstatterin über standrechtliche Hinrichtungen und über Religionsfreiheit.

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