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20. April 2018

Amnesty-Bericht 2017: Über die Hälfte der weltweit erfassten Hinrichtungen fand im Iran statt

Das Teheraner Regime stellt sich dem weltweiten Trend zur Abschaffung der Todesstrafe weiter entgegen. Unter den Hinrichtungsopfern im Iran waren auch Minderjährige.

Laut dem im April von Amnesty International veröffentlichten Todesstrafen-Bericht für das Jahr 2017 ist sowohl die Zahl der weltweiten Hinrichtungen als auch die Zahl der verhängten Todesurteile zurückgegangen. Das Teheraner Regime stellt sich diesem weltweiten Trend jedoch weiter entgegen.

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Berlin: Exiliraner und Menschenrechtler protestieren gegen die Hinrichtungen im Iran.

Nach Angaben von Amnesty International wurden im vergangenen Jahr mindestens 993 Hinrichtungen in 23 Ländern vollstreckt. China, wo schätzungsweise die meisten Hinrichtungen vollstreckt werden, ist nicht Teil der Gesamtstatistik, da es von dort keine verlässlichen Zahlen gibt.

Allein im Iran wurden mindestens 507 Hinrichtungen registriert. Damit war das Teheraner Regime für mehr als die Hälfte der weltweit erfassten Hinrichtungen verantwortlich. Die Dunkelziffer der Hinrichtungen im Iran liegt noch erheblich höher. Mindestens 31 Exekutionen wurden öffentlich vollstreckt. Amnesty International vermutet, dass im Jahre 2017 Hunderte Todesurteile in Iran gefällt wurden, konnte aber keine belastbaren Zahlen ermitteln.

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Unter dem Teheraner Regime, so bestätigt auch Amnesty International, werden Menschen nach Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt werden, die nicht den internationalen Rechtsstandards für einen fairen Prozess entsprechen. Oft basieren Schuldsprüche und Todesurteile auf „Geständnissen“, die durch Folter oder Misshandlung erpresst werden. Im Iran wurden einige dieser „Geständnisse“ im Fernsehen übertragen, bevor der Prozess stattfand, wodurch das Recht der Angeklagten auf Unschuldsvermutung weiter beschnitten wurde.

Fünf der Hinrichtungsopfer waren dem Amnesty-Bericht zufolge zum Zeitpunkt der ihnen vorgeworfenen Tat noch minderjährig. Im Laufe des Jahres 2017 wurden weitere jugendliche Täter zum Tode verurteilt.

Die internationale Menschenrechtsgesetzgebung verbietet strikt die Anwendung der Todesstrafe gegen Personen, die bei Begehung der Tat noch keine 18 Jahre alt waren. Trotz zahlreicher internationaler Proteste beharrt das Teheraner Regime weiter auf der Hinrichtung von minderjährigen und verstößt damit gegen die weltweit gültige Menschenrechtsgesetzgebung.

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