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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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06. April 2023

Christen im Iran brauchen Schutz und Hilfe

Anlässlich des Osterfestes rufen wir zum Einsatz für die im Iran verfolgten Christen auf. Die iranischen Christen, die trotz Verfolgung und Repressalien an ihrem Glauben festhalten und ihr Recht auf Religionsfreiheit verteidigen, brauchen den Schutz und die Hilfe der internationalen Gemeinschaft.

Das Teheraner Regime gehört zu den schlimmsten Christenverfolgern der Welt. Zur Osterzeit spitzt sich die Unterdrückung der Christen im Iran immer zu. Alle, die sich in Hauskirchen zu Oster-Gottesdiensten versammeln, müssen Razzien, Verhaftungen und schwere Bestrafungen befürchten. Davon sind vor allem Menschen betroffen, die vom Islam zum Christentum konvertiert sind.

Im Iran sind zahlreiche Christen allein wegen ihres Glaubens in Haft. Hier Beispiele:

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Pastor Joseph Shahbazian (59), der der iranisch-armenischen Christengemeinde in Teheran angehört, ist seit August 2022 im Teheraner Evin-Gefängnis in Haft. Er verbüßt dort eine zehnjährige Haftstrafe. Die Regime-Justiz verurteilte den Pastor, weil er eine Hauskirche geleitet hatte, in die sich auch christliche Konvertiten zum Gottesdienst trafen. Darüberhinaus wurde er auch mit einer zweijährigen Verbannung in eine abgelegene Gegend im Südosten Irans und mit dem Entzug von mehreren Bürgerrechten bestraft. Das Regime verfolgt die christlichen Hausgemeinden als „Gruppen, die darauf abzielen, die nationale Sicherheit zu untergraben“.

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Homayoun Zhaveh (64) und seine Frau Sara Ahmadi (45) sind ebenfalls seit August 2022 im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert. Beide wurden Ende 2020 zu Haftstrafen verurteilt, weil sie den christlichen Glauben angenommen haben. Sara Ahmadi wurde zu acht Jahren Haft verurteilt, während Homayoun Zhaveh mit zwei Jahren Gefängnis bestraft wurde. Homayoun Zhaveh leidet an der Parkinson-Krankheit im fortgeschrittenen Stadium und benötigt eine regelmäßige medizinische Versorgung, die Gefangenen im Iran verweigert wird.

Amnesty International berichtet im Amnesty Report 2022-2023, der im März veröffentlicht wurde, dass im Iran im Jahre 2022 hunderte Angehörige religiöser Minderheiten willkürlich inhaftiert, verfolgt, schikaniert, gefoltert und anderweitig misshandelt wurden, weil sie sich zu ihrem Glauben bekannten oder ihn praktizierten. „Die Behörden gingen weiterhin mit Razzien gegen christliche Hauskirchen vor. Außerdem nahmen sie Personen willkürlich fest, die zum Christentum konvertiert waren, beschlagnahmen deren Eigentum, verfolgten sie strafrechtlich wegen Gefährdung der nationalen Sicherheit und verurteilten sie zu Haftstrafen, Geldbußen und Verbannung“, so der Amnesty-Bericht.

Im Weltverfolgungsindex 2023, den das überkonfessionelle christliche Hilfswerk Open Doors im Januar veröffentlicht hat, nimmt der Iran den Platz 8 ein. Damit gehört das Teheraner Regime zu den schlimmsten Christenverfolgern der Welt. Im Bericht von Open Doors heißt es u.a.:

«Christliche Konvertiten, die den Islam verlassen haben, tragen die Hauptlast der Verstöße gegen Religionsfreiheit. Diese Verstöße werden vor allem durch die Regierung und in einem geringeren Maße durch die Gesellschaft und die Familien der Konvertiten begangen. Die Regierung sieht in christlichen Konvertiten einen Versuch westlicher Länder, den Islam und die islamische Regierung Irans zu untergraben.

Leiter von Gruppen solcher christlicher Konvertiten sowie Gemeindeleiter und einfache Mitglieder anderer Denominationen und Kirchen, die christliche Konvertiten unterstützen, werden verhaftet, vor Gericht gestellt und wegen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ zu langen Haftstrafen verurteilt.

Die traditionellen armenischen und assyrischen Kirchen sind zwar durch den Staat anerkannt und geschützt, ihre Mitglieder werden jedoch als Bürger zweiter Klasse behandelt und sie leiden unter rechtlicher Diskriminierung. Es ist ihnen verboten, bei der Durchführung jeglicher Gemeindeaktivitäten oder der Erstellung christlicher Materialien die Landessprache Farsi zu verwenden; und die meisten Arbeitsplätze sind Muslimen vorbehalten, insbesondere staatliche Stellen. Außerdem ist Christen der armenischen und assyrischen Kirchen der Kontakt mit (farsisprachigen) christlichen Konvertiten verboten; ihre Gottesdienste dürfen diese Konvertiten nicht besuchen.»

mehr Informationen

Trotz schlimmster Unterdrückung widersetzen sich die iranischen Christen standhaft dem Druck durch das Regime, das sie zwingen will, ihren Glauben zu ändern. Wir rufen die internationale Gemeinschaft zum Einsatz für die verfolgten Christen auf. Weltweite Aufmerksamkeit und massiver öffentlicher Druck sind dringend notwendig, um die Christenverfolgung im Iran zu stoppen. Abschiebungen von Asylsuchenden, die konvertierte Christen sind, in den Iran müssen gestoppt werden, da ihnen dort ernste Gefahren für Leib und Leben drohen.



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