Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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Gewalt gegen Frauen stoppen!

Frauen im Iran: Mutig gegen Unrecht und Unterdrückung

Frauenwiderstand gegen die islamistische Diktatur

Aufruf zu Solidarität mit den Frauen im Iran

Seit der Machtübernahme der islamistischen Diktatur im Iran haben sich die Frauen gegen das Unrecht und die Unterdrückung aufgelehnt. Tausende Iranerinnen haben ihr Eintreten für Demokratie und Menschenrechte mit dem Leben bezahlt.

Der Widerstand der Frauen gegen die Diktatur ist ungebrochen. Dies zeigt sich auch in der Protestbewegung für Freiheit, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit, die im Laufe des vergangenen Jahres im ganzen Iran aktiver und stärker geworden ist. Bei allen diesen Protesten stehen Frauen mutig in vorderster Reihe, obwohl sie brutalste Gewalt vonseiten der Regimetruppen erwartet.

Frauen spielen eine führende Rolle in der Menschenrechtsbewegung im Iran. Sie verbinden diesen Einsatz mit ihrem Kampf für Gleichberechtigung und gegen die frauenfeindlichen Gesetze der Islamisten.

Starke Frauen für Menschenrechte

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Maryam Akbari-Monfared, Atena Daemi und Nasrin Sotoudeh (im Bild v.l.n.r.) sind in Teheran in Haft, weil sie sich mutig gegen Menschenrechtsverletzungen und Hinrichtungen einsetzen. Aus dem Gefängnis heraus verurteilen sie immer wieder die grausamen Menschenrechtsverletzungen im Iran und fordern die Abschaffung der Todesstrafe. Sie appellieren an uns alle, sie bei ihrem Einsatz zu unterstützen.

Mutiger Protest gegen den Schleierzwang

Die Proteste von Frauen gegen den Schleierzwang im Iran nehmen zu. Seit Anfang 2018 zeigen immer mehr Frauen ihre Auflehnung öffentlich, indem sie ihr Kopftuch abnehmen. Die Frauen riskieren dabei, dass sie ins Visier von Polizei und paramilitärischen Milizen geraten und Schikanen, Gewalt und Inhaftierungen ausgesetzt werden.

Mehrere Frauen, die wegen ihrer friedlichen Proteste gegen den Schleierzwang festgenommen wurden, wurden 2018 wegen „unsittlichen Verhaltens in der Öffentlichkeit, Störung der öffentlichen Ordnung und Ermutigung zur Unsittlichkeit und Prostitution“ angeklagt und zu Haftstrafen verurteilt.

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Im Iran ist gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Frauen und Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie lange, weite Kleidung tragen müssen, um Haare und Körperkonturen zu verbergen. Nach dem Völkerrecht verstößt der Schleierzwang gegen eine Reihe grundlegender Menschenrechte. Er diskriminiert Frauen und Mädchen, für die allein dieses Gesetz gemacht wurde. Ein solcher Zwang verstößt auch gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit sowie auf Privatsphäre von Frauen und Mädchen.

Unter dem Teheraner Regime wird der Zwang zur Bedeckung des Haares von Frauen und Mädchen auf gewaltsame und demütigende Weise mit willkürlichen Festnahmen und Bestrafungen durchgesetzt. Damit verletzt das Regime die Würde von Frauen und Mädchen. Die gewaltsame Durchsetzung des Schleierzwangs stellt eine Form von grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung oder Strafe dar, die nach dem Völkerrecht grundsätzlich verboten ist. Wo solche Handlungen geistigen oder körperlichen Schaden, Leid und Schmerzen verursachen, kommen sie der Folter gleich.

Menschenrechtsverletzungen und Gewalt gegen Frauen stoppen!

Frauen im Iran: Opfer von schwersten Menschenrechtsverletzungen, religiösem Fanatismus und Gewalt

Die Frauen im Iran sind Opfer der Menschenrechtsverletzungen, die das Regime gegen die ganze Bevölkerung ausübt. Darüber hinaus sind sie durch die islamistischen Gesetze Opfer einer systematischen Diskriminierung in allen Lebensbereichen, die zu täglicher Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen führt.

Hinrichtungen von Frauen nehmen im Iran immer mehr zu. Unter dem Regime-Präsidenten Rohani wurden dort Dutzende Frauen hingerichtet. Zahllosen zum Tode verurteilten Frauen droht die Hinrichtung. Folter und sexuelle Gewalt sind in iranischen Gefängnissen an der Tagesordnung.

Todesstrafe gegen Minderjährige: Missbrauchsopfer im Iran hingerichtet

Zeinab-100Zeinab Sekaanvand heiratete im Alter von 15 Jahren einen Mann, der sie körperlich und seelisch misshandelte. Auch von ihrem Schwager wurde sie vergewaltigt. Als ihr Ehemann getötet wurde, wurde die damals 17-Jährige beschuldigt und festgenommen. In der Haft wurde sie von Gardisten gefoltert, um sie zu einem Geständnis zu zwingen. Obwohl sie ihre Unschuld beteuerte, wurde Zeinab Sekaanvand zum Tode verurteilt. Am 2. Oktober 2018 wurde die inzwischen 24jährige Gefangene in der nordwestiranischen Stadt Urmia hingerichtet. Weltweit haben Menschenrechtler diese grausame und nach internationalem Recht verbotene Hinrichtung verurteilt.

Frauenfeindliche Diskriminierung

Frauen und Mädchen trifft die ganze Härte der zutiefst frauenfeindlichen Gesetze im Iran. Sie haben per Gesetz nicht die gleichen Rechte wie die Männer und werden vor Gericht nicht gleichbehandelt, besonders bei Scheidungen, auf dem Arbeitsmarkt, in Erbschaftsangelegenheiten, hinsichtlich politischer Ämter und bei der Anwendung des Strafrechts. Mädchen sind schon ab neun Jahren strafmündig, Jungen erst ab fünfzehn.

Die islamistischen Gesetze im Iran fördern Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Früh- und Zwangsverheiratungen von minderjährigen Mädchen nehmen zu. Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden, werden ausgegrenzt und unter Druck gesetzt, sich mit den Tätern zu „versöhnen“ und gewalttätige Beziehungen nicht zu beenden.

Säureattacken nach fanatischen Hetzkampagnen gegen Frauen

Hetzkampagnen von Funktionären des Regimes gegen Frauen, die sich dem Schleierzwang nicht beugen, führen immer wieder zu Säureattacken gegen Frauen. In den staatlichen Medien werden diese Vorfälle verschwiegen oder verharmlost, und religiöse Fanatiker erklären, die Opfer selbst seien an den Attacken Schuld.

Der Einsatz für Frauenrechte wird grausam verfolgt

Das Regime im Iran geht mit äußerster Gewalt gegen die Frauen vor, die sich gegen die Unterdrückung auflehnen. Initiativen, die sich für Frauenrechte einsetzen, werden kriminalisiert, Frauenrechtsaktivistinnen werden verhaftet. Zahlreiche Rechtsanwältinnen, Journalistinnen und Studentinnen wurden wegen ihres Eintretens für Frauenrechte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Den Gefangenen wird systematisch der Kontakt zu ihren Familien und Anwälten sowie der Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert.

Seit Beginn der landesweiten Protestbewegung wurden hunderte Frauen festgenommen. Viele von ihnen wurden wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“ zu Gefängnisstrafen und Peitschenhieben verurteilt. Die Auspeitschung ist eine grausame, unmenschliche und entwürdigende Strafe, die nach dem Völkerrecht verboten ist.

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Hier Fälle von verurteilten Studentinnen (im Bild v.l.n.r.):

  • Parisa Rafiei, Studentin der Fotographie an der Universität Teheran: sieben Jahre Haft und 74 Peitschenhiebe
  • Leila Hosseinzadeh, Studentin der Anthropologie an der Universität Teheran: sechs Jahre Haft
  • Soha Mortezai, Studentin der Politikwissenschaften an der Universität Teheran: sechs Jahre Haft
  • Sima Entesari, Studentin der Anglistik und Angehörige der religiösen Minderheit der Gonabadi-Derwische: fünf Jahre Haft
  • Roya Saghiri, Studentin der Madani-Universität in der nordwestiranischen Provinzhauptstadt Täbris: 23 Monate Haft und 12 Monate Haft auf Bewährung, weil sie öffentlich durch das Abnehmen ihres Kopftuches gegen den Schleierzwang protestiert hat.

Frauenrechtlerinnen im Iran brauchen Schutz und Hilfe

Die Frauen, die im Iran verfolgt werden, weil sie sich gegen die Unterdrückung stellen und Frauenrechte verteidigen, brauchen den Schutz und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Die Weltgemeinschaft muss sich nachdrücklich für die Freilassung der Gefangenen einsetzen, die wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte inhaftiert sind. Beharrliche weltweite Aufmerksamkeit und starker öffentlicher Druck sind notwendig, damit die Verfolgung von Frauenrechtlerinnen im Iran gestoppt wird.

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