Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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Gewalt gegen Frauen stoppen!

Frauen im Iran: Mutig gegen Unrecht und Unterdrückung

Frauenwiderstand gegen die islamistische Diktatur

Aufruf zu Solidarität mit den Frauen im Iran

Seit der Machtübernahme der islamistischen Diktatur im Iran haben sich die Frauen immer wieder gegen das Unrecht und die Unterdrückung aufgelehnt. Der Widerstand der Frauen gegen die Diktatur ist ungebrochen. Dies zeigt sich besonders in der Protestbewegung für Freiheit, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit, die im ganzen Iran zunehmend aktiver und stärker wird. Bei allen diesen Protesten stehen Frauen mutig in vorderster Reihe, obwohl sie brutalste Gewalt vonseiten der Regimetruppen erwartet.

Hier Bilder von Bürgerprotesten in Teheran von Mitte Januar 2020:

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Anlass der Proteste im Januar 2020 war der Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeuges durch Regime-Gardisten kurz nach dem Start vom Teheraner Flughafen. Dabei waren am 8. Januar alle 176 Insassen getötet worden.

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Die Wut der Protestierenden richtete sich jedoch gegen das gesamte politische System. Mit Plakaten und lauten Sprechchören warfen sie dem Regime und seinen Führern Lügen, Inkompetenz und Unterdrückung vor.

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Die Menschenmenge rief „Nieder mit dem Diktator“ und „Nieder mit dem Regime, für die Verbrechen in all den Jahren“ und forderte den Rücktritt des Regime-Führers Khamenei.

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Besonders die Frauen warfen den Regime-Truppen in Sprechchören immer wieder vor, sie seien „schamlose Unterdrücker“ und sollten das Volk endlich in Ruhe lassen.

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Die demonstrierenden Frauen stellten sich mit großem Mut den Drohungen und der Gewalt der Regime-Truppen entgegen. Sie wussten um das Risiko, denn die Machthaber hatten im November 2019 rücksichtslos gezeigt, dass sie bereit sind, Widerstand gegen das Regime mit brutaler Gewalt niederzuschlagen.

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Im November 2019 haben Regime-Truppen im ganzen Iran Massaker an friedlichen Demonstranten verübt. Unter den Opfern waren viele Frauen und Kinder.

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Das Teheraner Regime geht mit äußerster Gewalt gegen die Frauen vor, die sich gegen die Unterdrückung auflehnen. Seit Beginn der landesweiten Protestbewegung wurden hunderte Demonstrantinnen festgenommen, misshandelt und gefoltert. Viele von ihnen wurden wegen angeblicher „Gefährdung der Staatssicherheit“ zu Gefängnisstrafen und Peitschenhieben verurteilt.

Alle Initiativen, die sich für Frauenrechte einsetzen, werden von der Regime-Justiz kriminalisiert. Zahlreiche Frauenrechtsaktivistinnen, darunter Rechtsanwältinnen, Journalistinnen und Studentinnen, wurden wegen ihres Eintretens für Frauenrechte zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Den Gefangenen wird systematisch der Kontakt zu ihren Familien und Anwälten sowie der Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert.

Starke Frauen für Menschenrechte

Frauen spielen eine führende Rolle in der Menschenrechtsbewegung im Iran. Sie verbinden diesen Einsatz mit ihrem Kampf für Gleichberechtigung und gegen die frauenfeindlichen Gesetze der Islamisten.

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Eine dieser starken Frauen ist die bekannte Menschenrechtsverteidigerin Golrokh Ebrahimi-Iraee (Bild). Die 38-jährige Autorin setzt sich für Frauen- und Kinderrechte ein und engagiert sich gegen die Todesstrafe. Allein wegen ihrer Menschenrechtsarbeit war sie schon mehrfach in unrechtmäßiger Gefangenschaft. Seit November 2019 ist sie im berüchtigten Shahr-e-Rey-Gefängnis im Teheraner Vorort Varamin in Haft. Auch aus dem Gefängnis heraus protestiert sie immer wieder mit offenen Briefen gegen Menschenrechtsverletzungen.

In einem ihrer Briefe schreibt Golrokh Ebrahimi-Iraee:

„Wir werden unseren Kampf für Freiheit niemals aufgeben.
Seit über 100 Jahren werden wir von Diktaturen unterdrückt.
Der Weg ist steinig und mühevoll, und wir müssen alles dafür geben.
Aber eines ist sicher: Am Ende werden wir unsere Freiheit und unsere Rechte durchsetzen.
Der Tag, auf den wir so sehnlich warten, ist nicht weit.“

Mutiger Protest gegen den Schleierzwang

Die Proteste von Frauen gegen den Schleierzwang im Iran nehmen zu. Die Frauen riskieren dabei, dass sie ins Visier von Polizei und paramilitärischen Milizen geraten und Schikanen, Gewalt und Inhaftierungen ausgesetzt werden.

Mehrere Frauen, die wegen ihrer friedlichen Proteste gegen den Schleierzwang festgenommen wurden, wurden 2019 und 2020 wegen angeblichen „unsittlichen Verhaltens in der Öffentlichkeit, Störung der öffentlichen Ordnung und Ermutigung zur Unsittlichkeit und Prostitution“ zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

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In Teheran hat ein Regime-Gericht Anfang Februar 2020 drei Frauenrechtlerinnen zu insgesamt 31 Jahren Haft verurteilt. Yasmin Aryani, Monireh Arabshahi und Mojgan Keshavarz hatten am Weltfrauentag 2019 in der Teheraner U-Bahn ihre Kopftücher abgenommen und zu Ehren des Frauentages Blumen an die weiblichen Fahrgäste verteilt.

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Im Iran ist gesetzlich vorgeschrieben, dass alle Frauen und Mädchen ab neun Jahren in der Öffentlichkeit ein Kopftuch sowie lange, weite Kleidung tragen müssen, um Haare und Körperkonturen zu verbergen. Nach dem Völkerrecht verstößt der Schleierzwang gegen eine Reihe grundlegender Menschenrechte. Er diskriminiert Frauen und Mädchen, für die allein dieses Gesetz gemacht wurde. Ein solcher Zwang verstößt auch gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit sowie auf Privatsphäre von Frauen und Mädchen.

Unter dem Teheraner Regime wird der Zwang zur Bedeckung des Haares von Frauen und Mädchen auf gewaltsame und demütigende Weise mit willkürlichen Festnahmen und Bestrafungen durchgesetzt. Damit verletzt das Regime die Würde von Frauen und Mädchen. Die gewaltsame Durchsetzung des Schleierzwangs stellt eine Form von grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung oder Strafe dar, die nach dem Völkerrecht grundsätzlich verboten ist. Wo solche Handlungen geistigen oder körperlichen Schaden, Leid und Schmerzen verursachen, kommen sie der Folter gleich.

Frauen im Iran: Opfer von schwersten Menschenrechtsverletzungen, religiösem Fanatismus und Gewalt

Die Frauen im Iran sind Opfer der Menschenrechtsverletzungen, die das Regime gegen die ganze Bevölkerung ausübt. Darüber hinaus sind sie durch die islamistischen Gesetze Opfer einer systematischen Diskriminierung in allen Lebensbereichen, die zu täglicher Unterdrückung und Gewalt gegen Frauen führt.

Hinrichtungen von Frauen nehmen im Iran immer mehr zu. Unter dem Regime-Präsidenten Rohani wurden dort über 100 Frauen hingerichtet. Zahllosen zum Tode verurteilten Frauen droht die Hinrichtung. Folter und sexuelle Gewalt sind in iranischen Gefängnissen an der Tagesordnung.

Frauenfeindliche Diskriminierung

Frauen und Mädchen trifft die ganze Härte der zutiefst frauenfeindlichen Gesetze im Iran. Sie haben per Gesetz nicht die gleichen Rechte wie die Männer und werden vor Gericht nicht gleichbehandelt, besonders bei Scheidungen, auf dem Arbeitsmarkt, in Erbschaftsangelegenheiten, hinsichtlich politischer Ämter und bei der Anwendung des Strafrechts. Mädchen sind schon ab neun Jahren strafmündig, Jungen erst ab fünfzehn.

Die islamistischen Gesetze im Iran fördern Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Früh- und Zwangsverheiratungen von minderjährigen Mädchen nehmen zu. Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt werden, werden ausgegrenzt und unter Druck gesetzt, sich mit den Tätern zu „versöhnen“ und gewalttätige Beziehungen nicht zu beenden.

Menschenrechtsverletzungen und Gewalt gegen Frauen stoppen!

Frauenrechtlerinnen im Iran brauchen Schutz und Hilfe

Die Frauen, die im Iran verfolgt werden, weil sie sich gegen die Unterdrückung stellen und Frauenrechte verteidigen, brauchen den Schutz und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Die Weltgemeinschaft muss sich nachdrücklich für die Freilassung der Gefangenen einsetzen, die wegen ihres Einsatzes für Frauenrechte inhaftiert sind. Beharrliche weltweite Aufmerksamkeit und starker öffentlicher Druck sind notwendig, damit die Verfolgung von Frauenrechtlerinnen im Iran gestoppt wird.

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Paris: Exiliranerinnen demonstrieren für Freiheit und Menschenrechte im Iran



Spendenaufruf-80 Iran: Menschenrechte verteidigen! Politische Gefan-gene freilassen! zum Spendenaufruf

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