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15. August 2018

Amnesty International fordert Freilassung aller friedlichen Demonstranten im Iran

In der Stadt Karaj unweit von Teheran wurde der 26-jährige Reza Outadi am 3. August während eines Demonstrationszuges erschossen. Menschenrechtsorganisationen machen die Regime-Milizen für den Tod des Demonstranten verantwortlich.

Anfang August gab es in verschiedenen iranischen Städten Proteste von Tausenden Menschen gegen die Politik des Teheraner Regimes und die Unterdrückung. Das Regime setzte massiv Milizen und Gardisten ein, um die Proteste niederzuschlagen. Sie gingen mit Wasserwerfern, Tränengas und brutalem Schlagstockeinsatz gegen die Demonstranten vor, die sich zu friedlichen Straßenkundgebungen versammelten.

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Nach Angaben von Menschenrechtlern schossen Regime-Truppen mit Gummigeschossen und scharfer Munition auf Demonstranten. Aus verschiedenen Städten wurden verletzte Demonstranten gemeldet. In der Stadt Karaj unweit von Teheran wurde der 26-jährige Reza Outadi (Bild) am 3. August während eines Demonstrationszuges erschossen. Menschenrechtsorganisationen machen die Regime-Milizen für den Tod des Demonstranten verantwortlich. Die Milizen werden bei Demonstrationen oft in Zivilkleidung eingesetzt und tragen Waffen oder Schlagstöcke. Die Familie von Reza Outadi wurde von der Regimepolizei gezwungen, den toten Sohn in aller Eile unter schwerer Bewachung zu beerdigen. Amnesty International hat eine sofortige und unabhängige Untersuchung der Tötung von Reza Outadi gefordert.

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Verletzte Demonstranten in der Stadt Karaj

Amnesty International berichtete am 8. August von Massenverhaftungen nach den Protesten im Iran und forderte das Teheraner Regime auf, alle Verhafteten freizulassen, die nur wegen ihrer Teilnahme an friedlichen Protestkundgebungen festgehalten werden. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation sind dutzende Familien auf der Suche nach dem Verbleib ihrer verhafteten Angehörigen und erhalten keine Informationen von den Behörden.

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Regime-Milizen in Zivil verhaften in Teheran einen Demonstranten

Wie Amnesty berichtet, ist unter den Verhafteten auch der Menschenrechtsaktivist Nader Afshari, der am 1. August in Karaj festgenommen wurde und in einer geheimen Hafteinrichtung des Geheimdienstes gefangen gehalten wird. Der Menschenrechtler war bereits am 1. Februar 2018 verhaftet und danach mehrere Wochen lang im Teheraner Evin-Gefängnis festgehalten worden. Wegen seines Einsatzes für Menschenrechte droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe.

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Protestzug in der Stadt Karaj

Viele der Verhafteten, so Amnesty International, werden in Gefängnissen festgehalten, die wegen Folter und Misshandlungen berüchtigt sind. Angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen Monaten Gefangene in der Haft zu Tode gekommen sind, bestehe Grund zur Sorge um die Unversehrtheit der Festgenommenen. Berichten zufolge seien 50 Frauen, die an den Bürgerprotesten mitgewirkt hatten, in das Shahr-e-Rey-Gefängnis im Teheraner Vorort Varamin gebracht worden, das wegen besonders menschenunwürdiger Haftbedingungen berüchtigt ist.

Amnesty forderte die sofortige und bedingungslose Freilassung aller Personen, die nur deshalb festgehalten werden, weil sie friedlich an Demonstrationen teilgenommen oder Unterstützung für die Proteste oder Kritik am Regime geäußert haben. Alle Verhafteten müssten vor Folter und Misshandlungen geschützt werden und Kontakt zu ihren Familien und Rechtsbeiständen erhalten.

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