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12. März 2019

Zivilcourage gegen Unterdrückung: Erneute Lehrer-Streiks im Iran

Im Iran haben Lehrerinnen und Lehrer erneut mit landesweiten Arbeitsniederlegungen für soziale Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung und Meinungskontrolle in Bildungseinrichtungen protestiert. Sie forderten die Freilassung von inhaftierten Kollegen. Dies war der fünfte landesweite Lehrer-Protest seit Mai 2018.

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Vom 3. bis zum 5. März sind Lehrerinnen und Lehrer in über 30 iranischen Städten in den Streik getreten. Sie weigerten sich, in den Unterricht zu gehen, und versammelten sich in den Schulen, um für angemessene Gehälter und gegen die Unterdrückung und Meinungskontrolle in iranischen Bildungseinrichtungen zu protestieren.

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Dies war der fünfte landesweite Lehrer-Protest, nachdem bereits im Mai, Oktober und November 2018 und Februar 2019 in vielen iranischen Städten Streiks und Protestkundgebungen von Lehrern stattgefunden hatten. Auch diesmal fanden die meisten Proteste in der Hauptstadt Teheran und in Großstädten wie Isfahan, Shiraz, Tabriz, Kermanshah und Mashhad statt.

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Die Lehrer forderten u.a. die Freilassung von inhaftierten Kollegen. Zahlreiche Lehrer sind im Iran wegen ihres menschenrechtlichen und gewerkschaftlichen Engagements in Haft. Unter ihnen ist der Berufsschullehrer Mohammad Habibi (Bild), der dem Vorstand der Teheraner Lehrergewerkschaft angehört. Er wurde im August 2018 von einem Revolutionsgericht in Teheran wegen seines Engagements für soziale Gerechtigkeit und Bürgerrechte zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

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Mahmoud Beheshti Langroodi (links im Bild) und Esmail Abdi sind weitere prominente Führungsmitglieder der Lehrergewerkschaft, die zu langjährigen Haftstrafen verurteilt wurden und im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert sind.

Der Lehrer-Gewerkschaftsbund Bildungsinternationale (Education International), dem Bildungsgewerkschaften aus der ganzen Welt angehören, hat bereits am 4. Dezember 2018 die Freilassung aller Lehrerinnen und Lehrer gefordert, die im Iran wegen ihrer Mitwirkung an friedlichen Protesten inhaftiert sind. Die Bildungsinternationale hat zum weltweiten Einsatz für die Lehrkräfte im Iran aufgerufen, die Opfer von Repressalien und Verfolgungsmaßnahmen werden.

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Zu dem Streik im März hatten landesweit mehrere Lehrerverbände aufgerufen. In sozialen Netzwerken wurden viele Fotos von Lehrerinnen und Lehrern gepostet, die in Schulen ihre Forderungen auf Plakaten vorzeigten wie etwa „Schluss mit der Diskriminierung“ und „Lehrer gehören nicht ins Gefängnis“.

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Mit den Protesten wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Gehälter der Lehrer im Iran unter der Armutsgrenze liegen. Viele Lehrer sind gezwungen, Nebenjobs anzunehmen, um ihre Familien zu ernähren. Die Streikenden forderten angemessene Gehälter und Krankenversicherungen für alle Lehrer sowie Arbeitsplatzsicherheit.

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Außerdem warfen die streikenden Lehrer dem Regime Machtmissbrauch, Inkompetenz, Korruption und Unterdrückung vor und protestierten dagegen, dass die Förderung der Schulausbildung im Iran seit Jahren vernachlässigt wird. Dies habe dazu geführt, dass viele Schulen aufgrund des Mangels an Lehrkräften und Finanzen keinen angemessenen Unterricht mehr durchführen könnten. Die Lehrer forderten auch das Ende der Diskriminierungen innerhalb des Bildungssystems, durch die vor allem ethnische und religiöse Minderheiten sowie Mädchen benachteiligt werden.

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Mit den Arbeitsniederlegungen demonstrierten die Lehrkräfte außerdem für das Recht, sich in vom Staat unabhängigen Verbänden und Gewerkschaften organisieren zu dürfen. Im Iran sind unabhängige Gewerkschaften nicht anerkannt. Ihre Mitglieder werden verfolgt, vor Gericht gestellt und zu langen Haftstrafen verurteilt.

Aus verschiedenen Städten wurde berichtet, dass sich auch Schülerinnen und Schüler dem Streik angeschlossen haben, um die Forderungen der Lehrer zu unterstützen.

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