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02. Dezember 2019

Repression im Iran: Informationen über getötete und verhaftete Frauen

Grausame Unterdrückung der Bürgerproteste im Iran: Menschenrechtsgruppen berichten von mehr als 450 getöteten Demonstranten, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Sie fordern, dass der UN-Sicherheitsrat die brutale Niederschlagung der Proteste verurteilt und das Teheraner Regime dafür zur Rechenschaft zieht.

Das Teheraner Regime übt seit Mitte November im ganzen Iran brutalste Repression aus, um weitere Bürgerproteste zu verhindern. Videos und Augenzeugenberichte belegen das entsetzliche Ausmaß der Unterdrückung. In vielen iranischen Städten haben Regime-Truppen Ansammlungen friedlicher Demonstranten mit scharfer Munition unter Beschuss genommen.

Menschenrechtsgruppen berichten von mehr als 450 getöteten Demonstranten, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Die Anzahl der Verletzten wird auf mehrere Tausend geschätzt. Aus dem ganzen Iran werden Massenverhaftungen gemeldet.

Familienangehörige haben Fotos der Opfer oder Todesanzeigen zur Verfügung gestellt. Hier einige dokumentierte Fälle von Frauen, die unter den Todesopfern sind:

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Mina Sheikhi (50) wurde am 16. November in Teheran erschossen.

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Ameneh Shahbazifard (34), Mutter von zwei Jungen und einer 4-jährigen Tochter, wurde am 17. November in Teheran erschossen, als sie einem verletzten Demonstranten helfen wollte.

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Azadeh Zarbi (28) wurde in der nahe Teheran gelegenen Stadt Shahriar erschossen.

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Mahnaz Mehdizadeh wurde in der Stadt Karaj (im Westen Teherans) erschossen. Ihrer Familie wurde mit Bestrafung gedroht, wenn sie die Todesnachricht veröffentlicht.

Andauernde Massenverhaftungen

Im ganzen Iran dauern Massenverhaftungen an. Menschenrechtsaktivisten berichten, dass bisher tausende Demonstranten festgenommen wurden, viele von ihnen unter brutaler Gewaltanwendung von Regime-Gardisten oder Milizen. Die Verhafteten werden in Foltergefängnisse gebracht und dort ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten. Sie sind in akuter Foltergefahr.

Augenzeugen-Video aus der südiranischen Stadt Shiraz: Regime-Milizen misshandeln verhaftete Demonstranten, als sie in eine Polizei-Station gebracht werden.

Berichte aus verschiedenen iranischen Städten besagen, dass Gardisten auch in Krankenhäuser eingedrungen sind und Verletzte verhaftet haben. Viele Familien sind weiter ohne Nachricht über das Schicksal von Angehörigen, die an den Demonstrationen teilgenommen haben und seither als vermisst gelten.

Die verhafteten Demonstranten sollen durch Folter gezwungen werden, vor laufender Kamera falsche Geständnisse abzulegen und sich selbst zu bezichtigen, vom Ausland aus von sog. „Feinden des Iran“ zu den Protesten angestiftet worden zu sein.

Hier Beispiele von Frauen, die seit Mitte November verhaftet wurden, weil sie an den Bürgerprotesten mitgewirkt oder darüber berichtet haben:

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Raha Asgarizadeh, Fotojournalistin und Frauenrechtlerin, wurde am 28. November am Teheraner Flughafen verhaftet. Sie wurde ins Teheraner Evin-Gefängnis gebracht.

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Parisa Seifi wurde am 18. November in der Stadt Sanandaj (westiranische Provinz Kurdistan) festgenommen und wird seither in einem Gefängnis der Regime-Garde festgehalten und verhört.

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Melika Gharagozlou, Journalismus-Studentin an der Teheraner Alameh-Tabatabai-Universität, wurde am 18. November bei Studentenprotesten verhaftet. Sie wird im Evin-Gefängnis festgehalten.

Hintergrund:

Am 15. November begannen im Iran landesweite Massenproteste gegen das Regime. In mehr als 170 iranischen Städten haben seither Bürgerinnen und Bürger mit großem Mut für Freiheit, Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit demonstriert. Die Wut der Demonstranten richtet sich gegen die gesamte herrschende Diktatur.

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Bürgerproteste in Teheran

Die Proteste begannen mit friedlichen Kundgebungen von Bürgerinnen und Bürgern, die sich vor Regierungsgebäuden und in den Innenstädten versammelten und verlangten, dass ihre Forderungen von den Staatsorganen angehört werden. Als Regime-Truppen begannen, brutal gegen die Demonstranten vorzugehen, schlugen einige Proteste in Gewalt um. Vielerorts wurde Gewalt auch von regimetreuen Schlägerbanden provoziert, die mit Motorrädern in die Menschenmengen hineinfuhren und mit Knüppeln auf die Demonstranten einschlugen.

Obwohl das Internet im Iran immer noch größtenteils gesperrt ist, gelangen zahlreiche Berichte von Augenzeugen, Familienangehörigen von Opfern und iranischen Menschenrechtsaktivisten über die brutale Unterdrückung der Bürgerproteste nach außen. Die Berichte belegen, dass Regime-Truppen mit scharfer Munition gezielt auf Protestierende geschossen haben. Auch von Hubschraubern aus wurde in die Menschenmenge geschossen. Fliehende Demonstranten wurden von Gardisten und Regime-Milizen, die auf Hochhäusern in Stellung gegangen waren, in den Rücken geschossen. Andere Demonstranten wurden durch Kopfschüsse regelrecht hingerichtet.

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Shiraz (Südiran): Regime-Milizen auf Motorrädern gehen gegen Demonstranten vor.

Videos zeigen deutlich, dass bewaffnete Regime-Truppen auf den Straßen Hetzjagden auf Demonstranten durchgeführt und viele wehrlose Menschen auf brutalste Weise zusammengeschlagen haben. Augenzeugen berichten, dass Gardisten Leichen und Verletzte von Straßen und aus Krankenhäusern weggeschafft haben. Sie weigerten sich in vielen Fällen, die Leichen der Opfer an ihre Familien zu übergeben, oder sie zwangen die Familien, ihre Angehörigen in aller Eile und ohne eine unabhängig durchgeführte Autopsie zur Ermittlung der Todesursache zu begraben. Viele Familien sind weiter ohne Nachricht über das Schicksal von Angehörigen, die an den Demonstrationen teilgenommen haben und seither als vermisst gelten.

Menschenrechtsgruppen setzen sich dafür ein, dass die internationale Staaten-Gemeinschaft wirksame Maßnahmen ergreift, damit die Regime-Gewalt gegen friedliche Demonstranten im Iran ein Ende hat. Der UN-Sicherheitsrat muss die brutale Niederschlagung der Bürgerproteste verurteilen und das Teheraner Regime dafür zur Rechenschaft ziehen. Alle Gefangenen, die allein wegen ihrer Teilnahme an Bürgerproteten festgehalten werden, müssen unverzüglich freigelassen werden.

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