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08. Oktober 2019

Iran: Mutter von getötetem Demonstranten zu Haftstrafe verurteilt

Shahnaz Akmali fordert Gerechtigkeit für den Tod ihres Sohnes, der im Iran von Regimetruppen getötet wurde. Sie setzt sich auch für die Freilassung der politischen Gefangenen ein. Dafür wird sie nun vom Teheraner Regime bestraft.

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Shahnaz Akmali mit dem Bild ihres getöteten Sohnes

Die Haftstrafe gegen die iranische Menschenrechtsverteidigerin Shahnaz Akmali wurde Ende September von einem Regime-Gericht in Teheran bestätigt. Die 54-Jährige muss für ein Jahr ins Gefängnis, weil sie Aufklärung und Gerechtigkeit für den Tod ihres Sohnes fordert, der im Jahre 2009 im Iran von Regimetruppen getötet wurde.

Die Gefängnisstrafe war ursprünglich im Oktober 2017 verhängt worden. Shahnaz Akmali hat dann Berufung gegen das Urteil eingelegt und befand sich seitdem gegen Zahlung einer Kaution auf freiem Fuß. Es wurde ihr jedoch verboten, ins Ausland zu reisen und sich in sozialen Netzwerken im Internet zu äußern.

Die Unrechtsjustiz im Iran begründet die Haftstrafe u.a. damit, dass Shahnaz Akmali ausländischen Medien Interviews gegeben und im Internet Informationen über die Lage von politischen Gefangenen veröffentlicht hat.

Shahnaz Akmali wurde zur Menschenrechtsaktivistin, nachdem ihr Sohn Mostafa im Jahre 2009 bei friedlichen Bürgerprotesten gegen die Diktatur getötet worden war. Der 26-jährige Mostafa Karimbeigi war einer von mehreren Demonstranten, die während der Massenproteste vom 27. Dezember 2009 von Regimetruppen erschossen wurden. Fünfzehn Tage nach seinem Verschwinden führten Regimepolizisten die Familie in die Leichenhalle des Kahrizak-Gefängnisses, wo sie den Leichnam von Mostafa identifizierten.

Danach ging Shahnaz Akmali mutig an die Öffentlichkeit und forderte die Justiz auf, diejenigen ausfindig zu machen und anzuklagen, die für den Tod ihres Sohnes verantwortlich waren.

In den letzten Jahren hat Shahnaz Akmali gemeinsam mit den Müttern anderer Opfer der Regime-Gewalt im Iran an Mahnwachen und Kundgebungen teilgenommen, bei denen sie Gerechtigkeit für ihre Angehörigen forderten. Sie organisierte auch öffentliche Unterstützung für politische Gefangene und ihre Familien.

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Shahnaz Akmali am Grab ihres getöteten Sohnes

Nachdem das Urteil gegen Shahnaz Akmali bestätigt geworden war, protestierten zahlreiche Iraner und Menschenrechtler im Internet und forderten die Aufhebung der Haftstrafe. Die Menschenrechtsverteidigerin wurde allein deswegen bestraft, weil sie nicht bereit ist, die Ermordung ihres Sohnes und die Unterdrückung im Iran schweigend hinzunehmen.

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