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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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18. November 2019

Repression im Iran: Menschenrechtsverteidigerin erneut in Haft

Internationale Menschenrechtsgruppen fordern die sofortige Freilassung von Golrokh Ebrahimi-Iraee, die allein wegen ihrer Menschenrechtsarbeit in unrechtmäßiger Gefangenschaft ist.

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Die bekannte iranische Menschenrechtsverteidigerin Golrokh Ebrahimi-Iraee (Bild) wurde am 9. November erneut verhaftet und in das berüchtigte Shahr-e-Rey-Gefängnis im Teheraner Vorort Varamin gebracht, wo sie eine neue Haftstrafe verbüßen muss. Internationale Menschenrechtsgruppen fordern die sofortige Freilassung von Golrokh Ebrahimi-Iraee, die allein wegen ihrer Menschenrechtsarbeit in unrechtmäßiger Gefangenschaft ist.

Golrokh Ebrahimi-Iraee setzt sich für Frauen- und Kinderrechte ein und engagiert sich gegen die Todesstrafe im Iran. Sie war bereits von Oktober 2016 bis April 2019 in Haft. Auch aus dem Gefängnis heraus hat sie immer wieder mit offenen Briefen gegen Menschenrechtsverletzungen protestiert. Nach internationalen Protesten gegen ihre unrechtmäßige Gefangenschaft wurde die Menschenrechtsverteidigerin am 8. April aus dem Teheraner Evin-Gefängnis freigelassen.

Im Juni wurde die 38-jährige Autorin erneut vor ein Regime-Gericht gestellt, weil sie während ihrer Haftzeit in einem offenen Brief gegen die Hinrichtung von politischen Gefangenen im Jahre 2018 protestiert hatte. Dafür wurde sie zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Inhaftierung im November ist eine Folge dieses Unrechtsurteils.

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Golrokh Ebrahimi-Iraee mit ihrem Mann Arash Sadeghi vor ihrer Inhaftierung

Auch der Ehemann von Golrokh Ebrahimi-Iraee ist Menschenrechtsverteidiger und befindet sich seit 2016 in unrechtmäßiger Gefangenschaft. Arash Sadeghi wurde zu 19 Jahren Haft verurteilt, weil er sich für den Stopp der Hinrichtungen im Iran eingesetzt und Berichte über Menschenrechtsverletzungen untersucht und veröffentlicht hat.  

Der im Rajai-Shahr-Gefängnis in der Stadt Karaj nahe Teheran inhaftierte Gefangene ist an einem bösartigen Knochentumor im rechten Arm erkrankt. Mitte September 2018 wurde Arash Sadeghi in einem Krankenhaus operiert. Aber nur wenige Tage nach der Operation wurden die Ärzte daran gehindert, die Behandlung fortzusetzen, und der schwer kranke Patient wurde in das Gefängnis zurückgebracht.

Weil Arash Sadeghi an seinen Überzeugungen festhält, wird ihm im Gefängnis vorsätzlich die notwendige medizinische Hilfe verweigert, um ihn zu bestrafen und zu foltern. Sein Gesundheitszustand ist besorgniserregend.

Golrokh Ebrahimi-Iraee, die in der Haft selbst lebensbedrohlich erkrankt war, hat sich nach ihrer Freilassung im April 2019 gemeinsam mit anderen Menschenrechtlern dafür eingesetzt, dass ihr Mann und andere kranke politische Gefangene im Iran die medizinische Versorgung erhalten, die sie dringend benötigen und die ihnen nach internationalem Recht zusteht.

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